Von der Traube in die Flasche . . .

Ein kurzer Abriss, wie Wein gemacht wird. Bei Weißweinen werden die Trauben nach der Ernte direkt abgepresst. Dem Saft geben die Winzer Hefe zu und vergären ihn zu Wein. Vor der Füllung werden die Weißweine noch von der Hefe getrennt und filtriert. Bei den Rotweinen muss man die Farbe aus der Beerenhaut bekommen. Dazu werden die Trauben eingemaischt und Hefe zugegeben. Dann gärt diese Maische mit den Beerenhäuten und extrahiert so die Farbe. Erst danach kommt diese Maische auf die Weinpresse zum abpressen und der Rotwein in das Weinfass. Rotweine liegen dann meistens in Holzfässern; ganz Besondere in den kleinen 225 Liter fassenden Barrique-Fässern. Nach einer gewissen Fasslagerzeit bringt der Winzer dann auch den Rotwein auf die Flasche.



Weinbezeichnungen und Angaben . . .

Obwohl die Etiketten meist nicht in chinesisch sind, versteht man oft nur Bahnhof! Das Weinrecht hält so viele Bezeichnungen bereit, dass es sehr schwer ist, den Überblick zu behalten. Was findet ihr auf so einem Etikett? Vorne ist oft hinten! Das eigentlich wichtige Etikett ist meist das kleinere hinten, mit den vielen Angaben. Dort findet man den Namen des Produzenten, das Herkunftsland und die wichtigen Angaben wie Volumen und Alkoholgehalt. Es kann sein, dass auch das Anbaugebiet, die Weinlage, und einige andere freiwillige Angaben auf der Flasche stehen. Auch die Rebsorte oder Rebsorten muss der Produzent nicht angeben.



Prosecco, Sekt, Champagner . . .

Du trinkst gerne Prickelndes? Aber was ist da eigentlich im Glas? Dann aufgepasst, damit du auf der nächsten Party angeben kannst. Ein Sekt ist, wie auch ein Champagner oder Cava, ein zweimal vergorener Wein. Es wird also ein Wein noch einmal mit Hefe und Zucker in eine zweite Gärung geschickt. Oftmals geschieht dies schon in der Sektflasche wodurch die entstehende Kohlensäure in der Flasche bleibt. Fertig ist die Blubberbrause! Dagegen wird der Prosecco aus Italien, oder ein baugleicher deutscher Perlwein anders hergestellt. Eigentlich ganz einfach! Ihr könnt das auch zu Hause machen. Einfach einen Wein in den Sodamaxx und rein mit der Kohlensäure! Aber Vorsicht, macht den Wein vorher richtig kalt, damit er die Kohlensäure besser bindet.



Verschnitt, Verschnitt - Igitt, igitt . . .

Dann lieber einen Cuvée. Wenn man sich einen wahnsinnig teuren Bordeaux kauft, ist es sehr wahrscheinlich als Cuvée zu bekommen - einen Wein aus mehreren Rebsorten. Die Amis nennen das "Blend". Das deutsche Wort wäre Verschnitt. Verschnitt? Da kippen die Winzer doch die Reste zusammen? So wird oft gedacht, doch weit gefehlt. Es ist das gleiche wie ein Cuvée und die Winzer machen sich richtig viele Gedanken um die Zusammenstellung! Jede Rebsorte hat ihre Aufgabe in diesem Zusammenspiel. So bringt eine Rebsorte die Frucht, eine zweite beispielsweise die Gerbstoffe mit in den Wein. Und dabei kommen wunderbare Weine raus! Also keine Angst vor dem Verschnitt!



Enthält Sulfide? . . .

Was, da ist Schwefel in dem Wein? Genau das sagt dieses "Enthält Sulfide" aus. Dieser Schwefel ist für den Wein unglaublich wichtig, solange wir klare Weine haben wollen, die auf der Flasche nicht mehr vor sich hinblubbern. Der Schwefel stabilisiert den Wein; zum einen unterbindet er, dass er weiter gärt, zum anderen schützt er den Wein vor Oxidation. Wein ohne, wenigsten ein kleines Bisschen, Schwefel ist aktuell nicht wirklich denkbar. Aber ist der Schwefel denn gefährlich? Wir denken nein, nicht in diesen Konzentrationen. Viele andere Lebensmittel haben wesentlich höhere Schwefelkonzentrationen als Wein. Wir haben allerdings auch noch auf keiner Banane - "Enthält Sulfide" - gelesen.



Verschluss-Sache . . .

Nur Billigweine haben einen Schraubverschluss? . . . Weit gefehlt!
Neben dem Naturkorken haben sich einige alternative Verschlüsse etabliert. Es gibt einfach nicht genug Kork auf der Welt, um alle Weine zu verkorken. Schraubverschlüsse sind praktisch, richtig dicht und sehen mittlerweile auch ganz guth aus. Für Weine, die nicht jahrelang lagern sollen, ist der Schraubverschluss eine gute Wahl. Andere Alternativen sind Glasverschlüsse (die man selten sieht, weil sie so teuer sind) und diverse Korkersatz-Varianten (z.B. Plastikkorken).



Wie altern Weine? . . .

Du hast dir eine Flasche Wein besorgt und willst sie dir noch ein wenig aufsparen. Aber welche Weine kann man eigentlich lagern? Wie erkennt man das? Es ist schwierig das pauschal zu beantworten. Entscheidend sind die Inhaltsstoffe. Es gibt auf jeden Fall mal mehr Rotweine mit lagerpotential als Weißweine. Das liegt an den Gerbstoffen oder auch Tannine genannt. Umso mehr davon im Wein, desto länger braucht er um sich zu entwickeln; und umso länger hat man Spaß am öffnen. Diese Gerbstoffe machen den Rotwein als jungen Wein hart und den Mund pelzig - als junger Wein manchmal fast ungenießbar. Probiert man so einen Tropfen Jahre später, ist er weicher, samtiger und macht richtig Spaß! Grund dafür ist der Sauerstoff, der die Gerbstoffe abrundet. Bei Weißweinen, die richtig altern sollen, helfen Säure und Süße einen Wein auch im Alter trinkfreudig zu halten. Deswegen werden viele süße Rieslinge eingelagert!
Mach ich ihn auf oder nicht? Ihr habt jetzt eine alte Flasche Wein vor euch und seid unsicher, ob man den noch trinken kann? Wir sagen: mach ihn auf und probiere es einfach! Und nicht enttäuscht sein, wenn es nicht der Brüller war, sondern freut Euch darüber, wenn ihr eine Granate erwischt! Will man einen Wein so richtig kennenlernen, lohnt es sich drei Flaschen zu kaufen. Die erste macht ihr gleich auf, die zweite nach zwei bis drei Jahren und die dritte nach 5 oder mehr Jahren. Dann lernt Ihr alle Facetten des Weines kennen.



Lagern ohne Weinkeller . . .

Ihr wollt ein paar Flaschen zu Hause lagern, habt aber keinen Weinkeller? Ja, es gibt mittlerweile sogar erschwingliche Weinklimaschränke, aber für die braucht man erst einmal Platz und sie kosten auch ein paar Euro. Wenn man auf ein paar Dinge achtet, kann man auch in seiner Wohnung einige Flaschen auf Vorrat halten. Kühl, nicht zu trocken, möglichst dunkel - die Anforderungen sind klar. Die dunkelste, kühlste Stelle der Wohnung gilt es zu finden! Manchmal der Vorratsschrank, das ungeheizte Gästezimmer, oftmals aber auch unter dem Bett! Für eine jahrelange Lagerung ist ein richtiger Keller oder Klimaschrank immer noch am besten.



Das richtige Glas? . . .

Die schier unendliche Auswahl an Weingläsern machen es einem nicht leicht. Mittlerweile gibt es für jede Rebsorte ein besonderes Glas. Wir wollen nicht abstreiten, dass sich die Weine in den verschiedenen Gläsern unterschiedlich präsentieren, aber wir sehen das Thema trotzdem ein bisschen pragmatischer. Alle Weine gewinnen an Duft, umso größer und bauchiger das Glas ist. Auch die Dicke der Glaswand entscheidet über die Sensorik. Unser Tipp für Zuhause: Auch für Weißwein ein nicht zu kleines Glas und ein etwas größeres für Rotweine. Wenn ihr allerdings verschiedene Weine an einem Abend probieren wollt, dann nehmt am besten nur ein Glas dafür, sonst leidet die Vergleichbarkeit!



Teuer = gut? . . .

Ist ein Wein sein Geld wert? Ist ein 20 Euro-Wein automatisch besser als einer für 5 Euro? Den Preis für die Weine machen in erster Linie die Winzer. In einigen Weinen steckt mehr Arbeit als in anderen. Meistens hatte der Winzer bei den hochwertigeren Weinen auch eine geringere Erntemenge als bei den Basis-Weinen. Damit kann man schon den einen oder anderen Euro erklären. Natürlich spielen das Renommee des Weinguts, die verfügbare Menge und die Nachfrage auch eine wichtige Rolle. Aber was ist eigentlich gut? Letztendlich ist derjenige Wein gut, der Dir am besten schmeckt.